Worauf muss ich bei der Holzbehandlung achten?

Möbel aus Echtholz haben ihren ganz eigenen Charme, und meistens sind sie auch etwas teurer als ihre synthetischen Varianten. Kein Wunder also, dass man Echtholzmöbeln eine besondere Behandlung und Pflege angedeihen lassen sollte.

Doch welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es – und worauf ist bei der holzbehandlung zu achten?

Zunächst sollte man schauen, wogegen die Möbel geschützt werden sollen. Stehen sie Tag und Nacht bei Wind und Wetter draußen? Oder handelt es sich um einen antiken Schrank, der schon länger in der Garage vor sich hin staubt und der nun ein neues Zuhause finden soll? Sind Kinder mit im Haushalt, die Kontakt mit den Möbeln haben, z. B. Kinderbett? Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Arten, Echthölzer zu behandeln, nämlich lackieren, lasieren, ölen und wachsen.

Quelle: Fotolia.de

Lackieren von Echtholzmöbeln

Lacke gibt es transparent (farblos) oder gefärbt. Ein lackiertes Möbelstück ist gegen Wasser geschützt, da die Oberfläche durch den Lack  versiegelt wurde. Bei Lacken sollte man darauf achten, ob sie für den Außen- oder Innenbereich gedacht sind. Lacke für den Innenbereich enthalten im Gegensatz zu denen für den Außenbereich lediglich einen geringen bis gar keinen Anteil an schädlichen Lösungsmitteln und schädigen somit das Raumklima nicht.

Jedoch muss das Holz unbedingt vor dem Lackieren abgeschliffen werden, und zwar so, dass eventuelle Rückstände von einer vorherigen Behandlung vollständig entfernt werden.

VORSICHT: Bei vorher geölten Echtholzmöbeln ist von einer Lackierung abzuraten, da der Lack auf dem Öl nicht hält, und ein Abschleifen sehr mühsam ist, da das Holz mit dem Öl getränkt ist!

Des Weiteren ist eine Lackierung unter Umständen anfällig für Risse und bei spitzen/ scharfkantigen Gegenständen. Kleine Schönheitsfehler sind nur mit viel Aufwand auszubessern, da das komplette Möbelstück abgeschliffen und neu lackiert werden muss, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten.

 

Lasieren von Echtholzmöbeln

Die Lasur dringt tief in das Holz ein und imprägniert es so von innen. Dabei bleibt der natürliche Charakter des Holzes erhalten. Durch die offenporige Oberfläche kann das Holz Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben, ähnlich wie bei geölten Hölzern. Ebenso kann die Oberfläche problemlos mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.

Achtung: Die Holzmaserung bleibt sichtbar und Harzausfluss kann vorkommen!

Vor dem Lasieren müssen eventuelle Rückstände einer vorhergehenden Behandlung vollständig entfernt worden sein, da die Lasur sonst nicht richtig wirken kann.

 

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Ölen von Echtholzmöbeln

Öle dringen tief in das Holz ein und verringern dessen Saugvermögen. Somit kann das Holz kein Wasser aufnehmen und ist geschützt, aber trotzdem noch atmungsaktiv. Die natürliche Holzstruktur bleibt vollständig erhalten.

Achtung: geölte Hölzer können ihre Farbe verändern

Es gibt verschiedene Öle, die sich zur Holzbehandlung eignen. Die bekanntesten sind Walnussöl und Leinöl. Geölte Hölzer müssen regelmäßig nachbehandelt werden, damit ein ständiger Schutz gewährleistet ist. Das Holz ausreichend mit Öl gesättigt werden. Dazu gibt man „nass in nass“ Öl auf das Holz, bis dieses nichts mehr aufnimmt.

VORSICHT: Leinöl neigt bei großer Zerstäubung zur Selbstentzündung bei Raumtemperatur! Mit Leinöl getränkte Textilien am Besten in einem luftdichten Behälter aufbewahren, kontrolliert verbrennen oder auf einer nicht brennbaren Oberfläche zum Trocknen ausbreiten.

Im Fachhandel sind spezielle Leinöle erhältlich, die mit Naturharzen, mineralischen Trocknern und festeren Ölen versehen wurden. Diese aufbereiteten Leinöle dringen sehr schnell ins Holz ein und trocknen besser. Die eingearbeiteten Harze verleihen den Holzoberflächen mehr Widerstandskraft. Besonders schön und robust werden Echtholzmöbel, wenn sie nach dem ölen noch gewachst werden!

 

Wachsen von Echtholzmöbeln

Möbelwachse werden, je nach Konsistenz, entweder mit einem weichen Tuch vorsichtig eingerieben oder mit einem Pinsel auf dem Holz verstrichen. Oft empfiehlt es sich, feste Wachse kurz zu erhitzen, damit Muster, Rillen und dergleichen besser behandelt werden können. Für antike Möbel, Klaviere und dergleichen gibt es spezielles „Antik-Wachs“.

Achtung: Flüssigkeiten geben auf Wachs grundsätzlich Ränder!

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