Was sind Holzwerkstoffe?

Furnierplatten © susan orton-flynn - Fotolia.com

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Nicht immer ist Massivholz das am besten geeignetste Material zum Dämmen, Bauen von Möbeln etc, da die gewünschten Eigenschaften eventuell fehlen. Für diesen Fall gibt es sogenannte Holzwerkstoffe. Doch was sind Holzwerkstoffe genau, welche Arten gibt es – und wofür werden sie verwendet?

Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengestellt!

Holzwerkstoffe sind Werkstoffe, die aus zerkleinertem Holz bestehen. Die Eigenschaften des jeweiligen Holzwerkstoffs werden von der Größe und Beschaffenheit der Holzpartikel beeinflusst, welche mit oder ohne Bindemittel oder sogar mit mechanischen Verbindungen verbunden werden können.

Welche Holzwerkstoffe gibt es?

Grundlegend kann man 5 Holzwerkstoffe anhand der verwendeten Holzpartikel unterscheiden:

  • Vollholz-Werkstoffe
  • Furnierwerkstoffe
  • Spanwerkstoffe
  • Faserwerkstoffe
  • Verbundwerkstoffe

Im Detailheißt es genau, dass:

Vollholzwerkstoffe

Diese Holzwerkstoffe basieren auf Massivholzelementen (vor allem Bretter oder Stäbchen)die in bestimmter Art und Weise geschichtet werden. Durch Schnittrichtung, Schichtaufbau, Art der Verbindung und Qualität des verwendeten Holzes werden die Festigkeitseigenschaften des Werkstoffes beeinflusst, wie z. B. die Formbeständigkeit durch die Schnittrichtung, da Spannungen innerhalb des Holzwerkstoffes von ihr abhängig sind.

Die gängigsten Vollholzwerkstoffe sind Brettsperrholz Massivholzplatten/ Leimholzplatten), Brettschichtholz und Stabsperrholz.

Furnierwerkstoffe

Furnierwerkstoffe werden gleichsam den Vollholzwerkstoffen nach Plattenaufbau eingeteilt. Durch die geringe Dicke der einzelnen Schichten ist jedoch eine größere Variationsbreite möglich.

In der Regel werden Furnierholzwerkstoffe unbeschichtet gefertigt, Beschichtungen aus Melaminharz (Resopal), Linoleum und anderen Materialien sind aber ohne weiteres möglich.

Die gängigsten Furnierholzwerkstoffe sind Furniersperrholz, Furnierschichtholz, Furnierstreifenholz, Biegesperrholz und Kunstharzpressholz.

Holzspanwerkstoffe

Holzspanwerkstoffe entstehen, indem Holzspäne mit Kunstharzleimen und Zusätzen unter Wärme gepresst werden. Gewonnen werden die Späne aus Voll- und Sägeholzresten.

Spanwerkstoffe besitzen das breiteste Anwendungsspektrum weltweit und sind somit die bedeutendsten Holzwerkstoffe. Eine normgerechte Klassifizierung wird nach EN 309 durchgeführt.

Die gängigsten Holzspanwerkstoffe sind Flachpressplatte (Spanplatte), Strangpressplatte, Spanholzformteile, Grobspanplatte (OSB-Platte) und Spanstreifenholz.

Holzfaserwerkstoffe

Holzfaserwerkstoffe bestehen aus Holz, Sägenebenprodukten/ Resthölzern und/ oder holzfaserhaltigen Pflanzen (Flachs, Raps). Auf zwei unterschiedlichen Wegen (nasse oder trockene Vliesbildung) wird eine Verfilzung der Holzfasern erlangt, die zusammen mit den holzeigenen Bindekräften den Zusammenhalt der Faserstrukturen bedingt. Zusätzlich können Bindemittel und Klebstoffe beigefügt werden.

Die gängigsten Holzfaserplatten, hergestellt im Nassverfahren, sind die Holzfaserdämmplatte (HDF), die Mittelharte Faserplatte (MB) und die Harte Faserplatte (HB oder HFH, auch Hartfaserplatte).

Die gängigsten Holzfaserplatten aus dem Trockenverfahren sind die Mitteldichte Faserplatte (MDF) und die Hochdichte Faserplatte (HDF).

Verbundwerkstoffe

Verbundwerkstoffe bestehen, wie der Name schon vermuten lässt, aus verschiedenen Materialien. Dies können verschiedene Holzpartikel, aber auch Holz in Kombination mit Kunststoffen, Beton oder Papier sein. Ebenso kann die Art des Verbundes stark variieren.

Die gängigsten Verbundwerkstoffe sind Wood Plastic Composites (Holz-Polymer-Werkstoffe), Leichtbauplatten und Kunstharzpressholz (Lignostone).

Verwendung von Holzwerkstoffen

Vor allem auf dem Bau und in der Möbelherstellung finden Holzwerkstoffe ihre Anwendung. Sperrholz beispielsweise ist ein beliebter Baustoff, während Holzfaserplatten als Dämmstoff dienen und Spanplatten über 50% der Möbelherstellung ausmachen. Ebenso findet man Holzwerkstoffe im Fahrzeugbau oder als Verpackungsmaterial.

Holzwerkstoffe und Umwelt

Durch den Einsatz von Bindemitteln und Klebstoffen werden Schadstoffe freigesetzt, besonders das in den Bindemitteln enthaltene Formaldehyd. Eine Alternative ist der Einsatz von formaldehydfreien Klebern (Polyurethan-Kleber). Die vorgeschrieben Zusatzstoffe wie Flammschutzmittel, Holzschutzmittel, Hydrophobierungsmittel oder Härter müssen auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft werden.

Zertifizierte Holzlieferanten und schadstoffarme Zusatzstoffe stehen für nachhaltige Holzwerkstoffe!

 

Bild: © susan orton-flynn – Fotolia.com

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