FSC-Logo © Forest Stewardship Council

FSC Siegel – Im Auftrag des Waldes

Forest Stewardship Council, FSC. Mit diesem Zeichen werben viele Anbieter, gerade im Möbelbereich. Doch was steckt hinter diesem FSC Siegel?

Wortherkunft

FSC besteht aus den Worten:
Forest, engl. „Wald“
Stewardship
, engl. Verantwortung, Verwalteramt
Council
, engl. Rat, Ratsversammlung

und bedeutet, frei übersetzt, so viel wie „Rat zur verantwortungsbewussten Verwaltung des Waldes“.

Organisation

Das FSC ist eine international agierende, gemeinnützige Organisation, die das erste System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft schuf, betreibt und weiterentwickelt.
Aufgegliedert in die 3 Kammern Wirtschaft, Umwelt und Soziales, muss jede Kammer einem Beschluss zustimmen. Dadurch haben auch Umweltschutzorganisationen und soziale Gruppen (eingeborene Völker oder Gewerkschaften) die Möglichkeit direkter Einflussnahme ohne dass ihre Position überstimmt oder verdrängt werden könnte.

Ziele des FSC

Hauptziel des FSC ist es, eine nachhaltige Forstwirtschaft zu gewährleisten. Ausbeutende Rodungsmaßnahmen, die irreversible Schäden an Flora und Fauna mit sich bringen, sollen verhindert und abgeschafft werden. Dies soll durch weltweit einheitliche Standards zur Bewirtschaftung von Wäldern geschehen.

Voraussichtlich sollen mindestens 30% aller bewirtschafteten Wälder der Erde unter die nachhaltige Fortwirtschaft gestellt werden.

Weiterhin sollen umstrittene Holzquellen mit einem System vermieden werden (Controlled Wood Standards). Dieses System soll auf den Märkten und für Einkaufsrichtlinien von Einzelhändlern oder Regierungen etabliert werden.

Nachhaltigkeit ist auch ein wichtiges Thema, das Möbelhersteller immer mehr beschäftigt, was auch die Internationale Möbel Messe in Köln 2012 gezeigt hat.

Zertifizierung

Um dem Verbraucher kenntlich zu machen, ob er FSC-Holz kauft oder nicht, gibt es das FSC-Zertifikat, welches jedes Produkt aus FSC-Holz erhält. Dabei gibt es zwei Regeln:

  1. Das Produkt besteht aus 100% FSC-Holz
  2. Das Produkt besteht zu weniger als 100% aus FSC-Holz; hierbei muss der Prozentsatz des FSC-Anteils angegeben sein.

Einzigartig an diesem Zertifizierungsschema ist, dass der Anteil des nicht-FSC-Holzes Mindestanforderungen unterliegt. Werden diese nicht erfüllt, bekommt das Produkt kein FSC-Siegel.
Die Mindestanforderungen sind im Controlled Wood Standard formuliert; demnach darf das Holz z. B. nicht aus gentechnisch veränderten Bäumen oder schützenswerten Wäldern stammen.

Kritik

Leider erntet auch eine Organisation mit solch ehrbaren Absichten Kritik in der Gesellschaft.
Fortwirtschaftler kritisieren, dass durch die Stimmgewichtung in der Wirtschaftskammer private Waldeigentümer überstimmt werden könnten. Besonders in Deutschland (46% der Waldfläche ist in Privatbesitz) befürchten kleine und mittlere Forstbetriebe eine Bevormundung durch außerbetriebliche Interessen.

Umweltorganisationen werfen dem FSC vor, Unternehmen zertifiziert zu haben, die in schwere Menschenrechtsverletzungen verstrickt waren. Der FSC entgegnete diesen Vorwürfen, dass zur Zeit dieser Menschenrechtsverletzungen die Zertifikate bereits entzogen oder beendet waren.

Die FSC-zertifizierte Firma Swedwood (Tochterfirma von IKEA) hat den Auftrag gegeben, in der Republik Karelien schützenswerte Wälder zu roden. Obwohl dies absolut gegen den Controlled Wood Standard verstößt, stritt der FSC diesen Sachverhalt nicht ab, sondern erklärte, dass Swedwood im Vergleich zu anderen Firmen in Karelien einen deutliche besseren Naturschutz betriebe.

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