Charles Eames – Klassiker des Möbeldesigns

Charles Eames (1907 – 1978) trug in Zusammenarbeit mit seiner Frau Ray Eames maßgeblich zum US-amerikanischen Nachkriegsdesign bei. Bis heute wurden und werden Designer vor allem durch die Funktionalität seiner Möbelentwürfe inspiriert.

Nach seinem Architekturstudium an der Washington University in St. Louis eröffnete er 1930 sein eigenes Architekturbüro. Acht Jahre später bekam er zunächst ein Stipendium der Cranbrook Academy of Art, welches im Jahr darauf zu einem Lehrauftrag für Design erweitert wurde.

Seine Arbeit errang 1940 den Sieg beim „Organic Design in Home Furnishings“-Wettbewerb (zusammen mit Eero Saarinen) des Museum of Modern Art in New York. Zeitgleich wurde er zum Leiter der Abteilung für Industriedesign an der Cranbrook Academy of Art befördert.

Während des Zweiten Weltkrieges entwickelte er im Auftrag der US-Regierung und diversen Flugzeugherstellern neben anderen Dingen vor allem Flugzeugteile, Beinschienen und Tragbahren aus dreidimensional verformten Sperrholzplatten – immer in Zusammenarbeit mit seiner Frau Ray.

Die in diesen Aufträgen angewandte Technik, das Verbiegen von Schichtholz unter Dampf,  setzten das Ehepaar Eames dann bei ersten Möbelentwürfen ein. Später wurden die Entwürfe aus Fiberglas und Aluguss gefertigt.

Das Werk von Charles Eames wird heute noch im Eames Office verwaltet, gepflegt und vermarktet, die Eames Foundation erhalt das Eames House.

 

Plywood Group

Diese Möbelserie entstand aus der Verbiegetechnik von Schichtholz im Zweiten Weltkrieg.

Der Grundgedanke war, dass ein Stuhl gefertigt werden sollte, der den menschlichen Konturen optimal angepasst, dabei aber leicht im Gewicht und kostengünstig herzustellen ist. Die ersten Entwürfe des „Organic Chairs“ wurden allerdings nicht in größerer Stückzahl produziert, da die Herstellung aus einem Stück Sperrholz nicht machbar war.

Den Durchbruch schaffte er, als Rückenlehne und Sitzfläche voneinander getrennt wurden und mit Gummischeiben („shockmounts“) mit Untergestellen verschraubt. Seither wurde diese Art der Verbindung für alle weiteren Entwürfen verwendet.

Die Plywood Group besteht aus einem Stuhl, einem niedrigen Sessel, mehreren Couchtischen und einem wellenartigen Raumteiler.

 

Lounge Chair

1956 wurde der Lounge Chair vorgestellt, eine moderne Interpretation des Clubsessels.

De Schichtholz-Sitzschale ist auf einem sternförmigen Drehkreuz befestigt, die 3 Elemente  sind über Shockmounts federnd miteinander verbunden und mit Lederkissen gepolstert.  Die Lederpolster weisen die klassischen Knopfelemente auf.  Der zugehörige Ottoman ist als Hocker oder Fußverlängerung einsetzbar.

Einst für Herman Miller entwickelt, vertreibt dieser den Lounge Chair bis heute in den USA. Die Ikone des Möbeldesigns wird von Miller und der Firma Vitra nach wie vor nach denselben Entwürfen produziert.

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